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Archiv der Einträge: Maerz, 2012
  • [Blood of Eden #1] The Immortal Rules - Julie Kagawa

    Das Leben in New Covington ist nicht leicht. Die Stadt wird von Vampiren regiert und die Menschen, die am Stadtrand wohnen, sind eigentlich nichts anderes als lebende, laufende Blutkonserven. Zwar bekommen sie dafür Lebensmittel und Schutz vor der Außenwelt, nachts auf die Straßen traut sich trotzdem niemand.
    Vor allem nicht, wenn man unregistriert ist und damit nicht in den Daten der Vampire auftaucht. So wie Allison Sekemoto. Die 17jährige lebt mit einer kleinen Gruppe Freunden auf der Straße und sammelt, tauscht und stielt sich zusammen, was sie zum überleben braucht. Doch eines Nachts kommt es zum Schlimmsten. Allie gerät in die Fänge eines Vampirs und muss wählen: Entweder gleich sterben oder eine von ihnen zu werden.
    Allie ist das Überleben zu sehr einprogrammiert, um abzulehnen. Sie wird eine der Kreaturen, die sie über alles hasst. Doch auch das Leben als junger Vampir ist in der Stadt alles andere als sicher und schon bald muss sie aus dem einzigen Zuhause fliehen, das sie jemals kannte. Alleine, umgeben von blutrünstigen Rabids (Vampiren, die einer Krankheit erlegen sind) und ohne Blut hat sie aber kaum Chancen sich durchzuschlagen.
    Bald schon findet sie aber eine Gruppe Menschen, die auf der Suche nach einem sicheren Ort sind. Sie schließt sich ihnen an, doch schnell wird es immer schwerer für Allie, sich vor ihnen als Mensch auszugeben. Vor allem wenn sie das Gefühl nicht loswird, dass einer ihrer neuen Gefährten geradewegs durch sie hindurchschauen kann…

    Mit The Immortal Rules ist Julie Kagawa ein toller Start für ihre Blood of Eden-Reihe gelungen. Alleine schon die Mischung zwischen Fantasy und Dystopie üben einen starken Reiz aus. Denn Allies Welt war offensichtlich unsere, bevor eine Seuche die meisten Menschen dahingerafft hat und die Vampire die wenigen Überlebenden als ihre persönliche "Blutbank" zusammengetrieben haben.
    Allie ist eine sehr ernste und erwachsene Heldin, die alles tut, um zu überleben. Deshalb wirkte sie am Anfang auch extrem kühl und fast grausam und es dauerte eine ganze Weile bis ich mich mit ihr anfreunden konnte.
    Daher fand ich es äußerst angenehm, wie viel Zeit sich Julie Kagawa genommen hat ihre Heldin, deren Welt und Geschichte zu erklären. Das Buch ist in mehrere Teile gegliedert und jede beschreibt eine Station aus Allies (neuem) Leben und so dauert es ein Weilchen, bis die eigentliche Geschichte wirklich in Fahrt kommt. Das macht aber nichts, denn in der Zwischenzeit lernt man einige phantastische Charaktere kennen und auch die Welt wirkt irgendwann sehr real. Wie Allie mit ihrer neuen Existenz zurechtkommt und versucht an ihrer Menschlichkeit festzuhalten wurde sehr feinfühlig beschrieben und sie wirkte dadurch als Vampir fast menschlicher als zuvor. Auch einige der anderen Charaktere konnten nach einiger Zeit erstaunlich viel Tiefe beweisen, auch wenn es am Anfang nicht so wirkte.
    Einzig die Vampire selbst hätte man vielleicht ein bisschen kreativer gestalten können. Zwar ist die Geschichte mit jeder Menge eigener Ideen gespickt, insgesamt sind die Vampire aber doch eher so, wie man sie schon kennt. Ein klein wenig Individualität wäre schön gewesen, schlechter wird das Buch dadurch aber trotzdem nicht.

    Denn The Immortal Rules von Julie Kagawa reißt einfach mit. Mit einer nicht ganz einfachen, aber dafür umso beeindruckenderen Heldin und einer grausamen Welt, in der alle Menschlichkeit verloren scheint, bleibt jede der immerhin 500 Seiten spannend und macht einfach Lust auf mehr. Außerdem ist diese Geschichte merklich erwachsener, als Julie Kagawas bisherige Bücher.

    Am 24. April 2012 erscheint die amerikanische Ausgabe von The Immortal Rules von Julie Kagawa. Weder zum zweiten Teil noch zu einer deutschen Veröffentlichung habe ich bisher leider Informationen.

    ~ND

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  • [Covenant #1] Half-Blood - Jennifer L. Armentrout

    Als Alex Mutter vor 3 Jahren mit ihr auf und davon ist, hat sie sich oft gefragt, was hinter ihrer Flucht steckte. Doch nun ist es zu spät sie danach zu fragen, denn ihre Mom wurde von einem Daimon, der hinter ihrer Lebensenergie her war, getötet und Alex ist wieder auf der Flucht.
    Zum Glück ist Alex aber kein normales Mädchen. Sie ist ein Half-Blood, der Nachkomme eines Menschen und eines Halbgottes, auch Pure genannt, und die Jagd auf die Daimonen, die selbst einmal Pure waren, bevor sie sich verwandelten, liegt ihr im Blut. Doch ihre Mutter hat sie vom Covenant, der Schule, in der sie und andere Hald-Bloods und Pures ausgebildet werden, weggeholt, bevor sie ihre Ausbildung beenden konnte und nun ist Alex überfordert und alleine auf der Flucht. Kurz bevor die Daimonen sie aber tatsächlich erwischen können, kommt unerwartete Hilfe. Die Sentinals, professionelle Daimon-Jäger, retten Alex, bringen sie aber gegen ihren Willen zurück in den Covenant.
    Dort erwartet sie noch eine böse Überraschung: Ihr Stiefvater Lucien möchte, dass sie bei ihm bleibt, doch die beiden hatten noch nie ein gutes Verhältnis zueinander. Deswegen macht sie einen Deal mit dem Direktor des Covenant. Wenn sie es schafft, über den Sommer den Trainingsabstand zu ihren Altersgenossen aufzuholen, darf sie ihre Ausbildung abschließen. Das bedeutet jede Menge Training und ausgerechnet Aiden, der Sentinal, der sie wieder eingefangen und für den sie vor 3 Jahren geschwärmt hat, erklärt sich bereit ihr zu helfen. Alex ist festentschlossen, die Ausbildung durchzuziehen, denn nur so hat sie eine Chance ein Sentinal zu werden. Und das ist alles was sie will.
    Doch es könnte vielleicht schon zu spät für sie sein, denn die Daimonen scheinen reges Interesse an ihr zu haben. Und sie sind nicht die einzigen.

    Denjenigen unter euch, die Richelle Meads Vampire Academy gelesen haben, dürfte die Beschreibung zu Jennifer L. Armentrouts Half-Blood verdächtig bekannt vorkommen. Denn es ist tatsächlich so, dass in der ersten Phase die beiden Bücher fast identisch sind. Auch wenn es sich in diesem Fall nicht um Vampire, sondern um griechische Götter handelt. Es gibt Dhampire (Half-Bloods), Moroi (Pures), Strigoi (Daimons), eine Art Akademie und und und. Und auch die Charaktere haben eine gewisse Ähnlichkeit. Wie Rose ist auch Alex extrem selbstbewusst, störrisch und angriffslustig, ganz zu schweigen davon, dass beide Jahre lang auf der Flucht waren. Auch Aiden ist Dimitri nicht gerade unähnlich. Beide sind ausgezeichnete Kämpfer, zu ernst für ihr eigenes Wohl und bieten sich mehr oder weniger freiwillig als Trainer an. Es gibt aber auch noch einige andere Charaktere, die in gewisser Weise übereinstimmen, wie Alex Erzfeindin Lea (Mia) oder Aidens ständig betrunkenen Bruder Deacon (Adrian).
    Und trotz aller Ähnlichkeiten hat Half-Blood Spaß gemacht. Denn gerade in der zweiten Hälfe, gehen die Geschichten dann doch sehr auseinander, die Welt bekommt ihren ganz eigenen Schliff und auch die griechische Mythologie wird etwas präsenter. Vor allem aber Alex hebt sich etwas ab, denn sie ist kein normaler Half-Blood. Zwar wird das relativ früh in der Geschichte klar, allerdings dauert es eine ganze Weile, bis man den Details wirklich auf den Grund kommt.
    Das Einzige, was mich wirklich gestört hat, waren die Daimon. Als Bösewichte taugen sie allemal, sie sind bösartig, aber intelligent. Allerdings waren sie Vampiren dann doch zu ähnlich, denn um an die Lebensenergie der Pures zu kommen, saugen sie ihnen ihr Blut aus. Ich denke, da hätte die Autorin wirklich etwas einfallsreicher sein können und sich damit auch noch etwas abheben können.

    [Covenant #1] Half-Blood

    Insgesamt war Half-Blood von Jennifer L. Armentrout aber ein recht unterhaltsames Buch. Denn trotz aller Ähnlichkeit zu Vampire Academy macht es einfach Spaß. Vor allem im späteren Verlauf, wenn die eigentliche Geschichte Formen annimmt, entwickelt sich Half-Blood in eine ganz eigene Richtung und macht große Lust auf die Fortsetzungen.

    Diese kommen in Form von Pure am 3. April 2012, Deity am 6. November 2012 und Apollyon im Frühjahr 2013. Des Weiteren gibt es eine Kurzgeschichte namens Daimon, die von den Ereignissen direkt vor Half-Blood erzählen.
    Zu einer deutschen Veröffentlichung habe ich noch keine Informationen finden können.

    ~ND

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  • Dragon's Keep/Drachenkuss - Janet Lee Carey

    Drachenkuss

    Im Jahr 520 wird die jüngere Schwester König Arturs, Evaine, von ihrem Vater verbannt. Sie folgte ihrem Herzen und heiratete den Vogelfreien Kaydon Mallory und erwartete sein Kind. Außer sich vor Zorn, aber im Gedanken auch für seine Frau, verbannte er Evaine statt sie in den Kerker zu werfen. Fortan wurde ihr Name aus der Geschichte Englands gestrichen. Evaine allerdings strebte ihr eigenes Reich an und floh auf die Wild Island, von hier ist noch nie ein Mensch lebend wieder gekommen. Doch noch vor ihrer Abreise kommt Merlin zu ihr und spricht von einer Prophezeiung. Die einundzwanzigste Königin auf Wild Island wird den Namen der Familie Pendragon reinwaschen, den Krieg beenden und den Ruhm der Insel wiederherstellen.
    Auch wenn Evaine erfreut ist, dass ihr Kind überleben wird und es weitere Königinnen auf Wild Island geben wird, so ist sie doch erschrocken über die große Zeitspanne bis dahin. Mehr als diese Gewissheit kann ihr Merlin nicht geben und so begibt sich die zukünftige Königin auf den weiten Weg.

    Im Jahr 1145 leben auf Wild Island viele Menschen und über sie regiert die zwanzigste Königin und ihre Tochter, Rosalind, wird das Kind der Prophezeiung sein. Diese ist sich dessen nicht so sicher, denn wie soll sie allein es schaffen der Prophezeiung Merlins gerecht zu werden, wenn sie nicht einmal frei leben kann?
    Seit ihrer Geburt ist sie hauptsächlich von ihrer Mutter Gwyneth und ihrer Amme Marn umgeben und selbst Marn kennt Rosalinds Geheimnis nicht. Denn sie wurde mit einem Teufelszeichen - einer Kralle - statt eines Ringfingers an der linken Hand geboren. Niemand wusste davon, außer Rosalind und ihre Mutter. Die Hebamme, welche ihr vor 14 Jahren auf die Welt geholfen hat ist in jener Nacht im Sturm umgekommen. Man könnte dies einen Zufall nennen oder auch Schicksal.
    Das Leben auf Wild Island könnte unbeschwert und schön sein, wären da nicht die wiederkehrenden Drachenangriffe. Beim letzten Angriff wurde ihre Kammerzofe und Freundin Magda vom Drachen geholt. Während dieser schrecklichen Minuten spürt Rosalind ein stätiges Pochen in ihrer Kralle, gleichsam mit dem Schlagen der Drachenflügel. Doch nicht einmal ihrer Mutter wird sie davon erzählen. Aus Angst diese würde noch mehr Wunderheiler und Magier an den Hof holen um ihre Tochter von dem Mal zu befreien. Natürlich waren diese Versuche bisher wenig erfolgreich, bekommt doch kein Magier ihren Makel zu Gesicht.

    Als nichts zu helfen scheint reiten Mutter und Tochter in den Wald zur Magierin Demetra. Und hier erfährt Rosalind, dass nicht der Fingerknochen der Heiligen Monika ihrer Mutter geholfen hat schwanger zu werden, sondern ein Ei. Aber was für eine Art von Ei, konnte sie nicht ahnen - noch nicht.
    Demetra ist eine brutale Magierin, die auch ihre Diener nicht gut behandelt und so versucht Rosalind zu fliehen. Es gelingt ihr und sie muss sich im Wald sowohl vor der Hexe, als auch vor ihrer Mutter verstecken. Völlig entkräftet sinkt sie in den Sträuchern in einen ruhelosen Schlaf, bis sie von einem Geräusch geweckt wird. So trifft Rosalind unerwartet auf den Drachen und merkt, dass es eine Drachendame ist. Erstarrt vor Angst kann sie nicht fliehen - was wahrscheinlich ihr Glück ist. Die Drachendame spricht zu Rosalind und das erste Mal in ihrem Leben begegnet jemand ihrer schrecklichen Kralle mit Zuneigung. Nun wird Rosalind einiges klar, sie hat eine Verbindung zu den Drachen.

    Als Seeleute der Königin von England Tage später auf Wild Island landen und einen toten Drachen mit sich führen kann sich Rosalind nicht wirklich freuen. Es wird ein Fest veranstaltet für die Drachentöter, welches im Chaos endet, denn keiner hätte je geahnt, dass dieser nun tote Drache nicht der Einzige war. Rosalind muss etwas tun und fasst einen Entschluss, der nicht nur ihr Leben verändert.

    Dragon's Keep

    Ich habe Drachenkuss/Dragon's Keep von Janet Lee Carey zum Geburtstag von der lieben nia bekommen und war schon sehr gespannt. Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt und ich hatte wirklich Angst, denn der erste Abschnitt war mehr als langweilig. Aber ab dem zweiten kommt dann endlich Fahrt auf und man lernt mehr über die Verbindung zwischen Rosalind und den Drachen.

    Rosalind ist ein relativ wehleidiger und schüchterner Charakter, der immer wieder das Schicksal anruft, wieso ihr dies alles wiederfährt. Sie schafft es nicht sich von ihrer Mutter zu befreien und erkennt erst viel später was für ein Mensch ihre Mutter eigentlich ist.
    Die vielen Heilgesänge oder Schwüre um etwas abzuwenden oder herbeizuholen sind in einer eher kindgerechten Sprache gehalten und ich frage mich ob dies der Übersetzung anzukreiden ist. Vielleicht stören sich da andere Leser nicht dran und ich bin einfach nur überempfindlich, aber ich habe sie dann so weit es ging versucht zu überlesen.
    Leider konnte mich das Buch aber im Ganzen nicht überzeugen. Es war eine durchaus gute Geschichte und auch mal etwas Anderes als sonst und ich gebe ihr 4,5 Sterne.

    Aber: ich muss noch einen Stern abziehen. Die Trennungsfehler in diesem Buch sind einfach unglaublich nervig. Hier muss die Übersetzerin ihren Text mit manuellen Trennungen geschrieben haben und keiner hat sich die Mühe gemacht diese vor dem Druck zu beseitigen. So befinden sich auf sehr vielen Seiten Wörter, die einen Bindestrich aufweisen, aber Mitten in der Zeile stehen. So etwas ist mir in keinem meiner Bücher bisher untergekommen.
    Schade, aber so kann ich leider nicht mehr als 3,5 Sterne vergeben.

    ~nef

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  • Schatten des Dschungels - Katja Brandis & Peter Ziemek

    Schatten des Dschungels

    2025. Die 16-jährige Cat lebt in München und ist engagierte Umweltschützerin. Auf einer Demonstration gegen die Abholzung des südamerikanischen Regenwaldes lernt sie den etwas älteren Falk kennen. Als die friedliche Stimmung bei der Demo kippt, können die beiden nur mit Mühe und Not der hart durchgreifenden Polizei entkommen. Bevor Cat den Mut aufbringen kann, nach Falks Telefonnummer zu fragen, ist er schon wieder verschwunden. Doch Cat hat Glück: beim nächsten Treffen ihrer Umweltschutzgruppe 'Living Earth' ist Falk mit dabei. Er gilt gruppenintern als ein Vorbild und hat schon an einigen Projekten im Ausland teilgenommen. Selbst Konflikte mit Behörden und anderen öffentlichen Stellen scheint Falk nicht zu scheuen. Cats Faszination kennt keine Grenzen. Zu ihrem eigenen Erstaunen ist auch Falk ziemlich angetan von ihr, und so entwickelt sich nach und nach eine Beziehung zwischen den Beiden.
    Dabei wird Cat allerdings schnell klar, dass Falk einige Geheimnisse hat und sein Herz nicht auf der Zunge trägt. Dennoch gelingt es Cat, Falk immer besser kennenzulernen. Er nimmt sie, auch was die Aktivitäten von Living Earth betrifft, immer wieder unter seine Fittiche. Mit dem Erfolg, dass Cat sich immer öfter traut, sich anderen entgegenzustellen, solange sie von ihrem Tun überzeugt ist. Und dann bekommt Cat eine riesige Chance: Sie darf Falk bei einem internationalen Artenschutzprojekt von Living Earth nach Guyana im Norden Südamerikas begleiten. Für Cat, die lange Jahre einen Waldkindergarten und eine Waldschule besucht hat, geht damit ein lang gehegter Traum in Erfüllung.

    In den Wäldern Guyanas ist leider nicht alles eitel Sonnenschein. Die letzten unberührten Lebensräume der Erde sind in Gefahr: durch illegale Rodungen, Goldsucher und Pharmakonzerne, die sich um die besten natürlichen Rohstoffe des Regenwalds balgen. Cat ist frustriert und wütend. Doch dann gesteht ihr Falk, welches Projekt Living Earth im südamerikanischen Dschungel in Wirklichkeit verfolgt. Ein radikaler Plan, der die Vernichtung der Wälder dauerhaft aufhalten soll. Plötzlich Cat steht vor einem großen Dilemma: Soll sie ihre Liebe, Falk, unterstützen oder alles in ihrer Macht stehende tun, um ihn und das gefährliche Projekt 'Last Hope' aufzuhalten?

    Nach Ruf der Tiefe haben Katja Brandis und Peter Ziemek mit Schatten des Dschungels einen neuen ökologischen Zukunftsroman geschrieben. Dieses Mal spielt die Geschichte nicht im Meer sondern zu einem großen Teil im Regenwald Südamerikas: einem der bedrohtesten Lebensräume überhaupt. Zahllosen Pflanzen und Tiere leben dort endemisch, kommen also nur an diesem einen Fleck der Erde vor. Darüber hinaus ist der Regenwald eine der wichtigsten Regionen, durch die das weltweite Klima gebildet und reguliert wird. Die Autoren erzählen unheimlich lebendig und spannend. Anhand der genauen Beschreibungen von Cats Leben in München (und auch der Stadt selbst), kann man sich auch den Dschungel bildlich vorstellen. Cats Abenteuer ist ziemlich extrem, aber plausibel erklärt. Auch den Weg, den das Projekt Last Hope geht, erscheint logisch.

    Doch leider wird die tolle Idee - in meinen Augen - etwas durch die Beziehung zwischen Cat und Falk ruiniert. Cat hat für eine 16- (später 17-)Jährige einen ziemlich weiten Horizont, doch Falk gegenüber verwandelt sie sich oft in ein richtiges 'Weibchen'. Im Dschungel kommt dann ihre innere Stärke zum Glück so richtig zum Tragen - allerdings wird dies zum Ende hin durch ihr Verhalten noch mal etwas relativiert.
    Überhaupt das Ende. Das kam einfach zu schnell und war nur begrenzt nachvollziehbar. Also nicht, dass es so endet, sondern Falks Intention in dem Moment. Genauere Details würden allerdings allen, die das Buch gerne noch lesen möchten, die Spannung verderben. Manche Dinge, die Cat außerhalb des Dschungels erlebt oder tut, waren mir auch etwas zu viel des Guten. Diese Momente wären vielleicht glaubwürdiger gewesen, wenn Cat schon 18 gewesen wäre oder durch vorherige Auslandsaufenthalte noch mehr Lebenserfahrung gewonnen hätte. Trotzdem ist Schatten des Dschungels ein interessantes und lesenswertes Buch. Katja Brandis und Peter Ziemek verstehen es einfach, ökologische Themen spannend in einer fiktiven, aber durchaus denkbaren Zukunft zu erzählen. Die Botschaft des Buches war, ist und bleibt gültig:
    "Wir Menschen leben nur auf der Erde, sie gehört uns nicht."

    Ganz herzlich bedanke ich mich beim Beltz & Gelberg-Verlag für das Rezensionsexemplar. Ein Lob übrigens für das gelungene Cover - man bekommt als Betrachter das Gefühl, auch im Dschungel zu stehen...

    ~nia

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  • Tomorrow Land - Mari Mancusi

    Vor vier Jahren musste sich Peyton zwischen ihrer Familie und ihrem Freund Chris entscheiden. Damals wurde die Welt von einem Virus heimgesucht, der drei Viertel der Menschheit ausgelöscht hat und die Überlenden zur Flucht zwang. Denn einige der Toten blieben nicht tot und kamen als blutrünstige Mutationen zurück.
    Eigentlich wollte sich Peyton mit Chris und ein paar anderen Freunden in die Berge zurückziehen, doch stattdessen ließ sie sich von ihrem Vater, der Wissenschaftler ist und schon seit Jahren von Verschwörungstheorien und dem Ende der Welt faselt, in einen Bunker einsperren, der sich erst nach vier Jahren wieder öffnet.
    Chris "Chase" Parker konnte es nicht glauben, als ihn Peyton ohne jede Erklärung im Stich gelassen und sein Herz gebrochen hat. Er weiß nicht, was aus ihr geworden ist, verzeihen konnte er ihr aber auch nie. Er ist sich aber sicher sie nie wieder zu sehen. Doch als er eines Tages auf der Suche nach Vorräten ist, läuft ihm plötzlich eine junge Frau über den Weg – die sich ausgerechnet als Peyton herausstellt.
    Durch die Umstände zusammengeworfen finden sich die beiden plötzlich widerstrebend als Aufpasser für eine Horde Kinder wieder, die die letzten Überlebenden ihrer Stadt sind. Peyton hat allerdings eigentlich eine ganz andere Mission zu erfüllen. Sie muss ihren Vater finden, denn dieser hat Peytons Körper mit jeder Menge kybernetischer Verbesserungen ausgestattet und könnte der Schlüssel zur Rettung der Menschheit sein. Doch das bedeutet eine schwere Reise mit einer Gruppe kleiner Kinder und ihrem Ex-Freund durch zombieinfiziertes Gelände, bei dem die lebenden Toten nicht mal das Schlimmste sind, was einem begegnen kann.

    Was bei Mari Mancusis Tomorrow Land als allererstes auffällt, ist wohl der recht ungewöhnliche Aufbau. Denn man bekommt die aktuellen Geschehnisse und die vor vier Jahren in abwechselnden Kapiteln parallel beschrieben. Die ersten paar Seiten haben sich dadurch zwar zunächst ein wenig merkwürdig gelesen, es dauert aber nicht lang und es entwickelt sich dadurch ein sehr interessantes und flüssig geschriebenes Geflecht, bei dem die Kapitel oft aufeinander aufbauen. Außerdem zeigt es den krassen Kontrast und die Veränderungen, die die beiden Protagonisten, aber auch die ganze Welt, in diesen vier Jahren durchgemacht haben. Aus der mädchenhaften Peyton, deren größte Probleme Jungs und ihr leicht verrückter Vater waren, wurde fast so etwas wie ein Cyborg mit einer Mission. Und der süße, nette und leicht merkwürdige Chris wurde zu dem toughen, kühlen Chase. Ganz langsam kommt man ihren Charakteren auf den Grund und vor allem Chase bietet dabei einige tiefe Einblicke in seine inneren Dämonen.
    Da die Geschichte im Jahr 2030 angesiedelt ist, gibt es natürlich auch ein paar futuristische Elemente, wie z.B. die kybernetischen Veränderungen an Peytons Körper. Diese waren teilweise vielleicht ein bisschen weit hergeholt, haben aber definitiv für viele spannende Szenen gesorgt und der Geschichte eine zusätzliche Ebene eröffnet.
    Eigentlich gibt es nichts, was mich wirklich an Tomorrow Land gestört hätte. Trotzdem gab es ein paar Kleinigkeiten, die ein etwas aufgefallen sind. Z.B. gab es zwei meiner Meinung nach relativ wichtige Knackpunkte, die mir etwas zu antiklimaktisch abgehandelt wurden. Da Tomorrow Land außerdem bereits vor einigen Jahren leicht abgeändert unter dem Titel Razor Girl erschienen ist, haben sich ein paar Fehler eingeschlichen, vor allem bei den Namen. So wird z.B. Peytons beste Freundin Avery auf den ersten Seiten ständig als Erin bezeichnet. Die häufigen Referenzen auf die Popkultur des 20. Jahrhunderts (Peyton und Avery sind z.B. große Fans der Twilight Filme) waren am Anfang noch recht lustig und überraschend, ab einem gewissen Punkt aber einfach etwas zu viel.

    Tomorrow Land

    Trotzdem ist Tomorrow Land von Mari Mancusi ein sehr unterhaltsames und emotionales Buch mit ein paar unerwarteten Entwicklungen, das neben der postapokalyptischen Welt und Peytons Mission, auch extrem viel Wert auf die Charakterentwicklung legt. Außerdem bietet es durch den ungewöhnlichen Aufbau mal ein etwas anderes Leseerlebnis.

    Wie gesagt ist Tomorrow Land von Mari Mancusi bereits 2008 als Taschenbuch unter dem Titel Razor Girl erschienen. Die überarbeitete Version ist bisher leider nur auf englisch und als eBook zu haben, dafür aber zu einem relativ kleinen Preis, den das Buch auf jeden Fall wert ist (und mit einem meiner Meinung außerdem deutlich besseren und passenderem Cover ausgestattet ist).

    ~ND

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  • [Dark Divine/Urbat #3] The Savage Grace/Urbat: Gefährliche Gnade - Bree Despain

    Enthält Spoiler für The Dark Divine/Urbat: Die dunkle Gabe und The Lost Saint/Urbat: Der verlorene Bruder.

    Nachdem Daniel sich in den großen weißen Wolf verwandelt hat, um Grace zu retten, ist es ihm immer noch nicht gelungen, seine menschliche Form zurückzuerlangen. Keiner hat eine echte Ahnung, was Daniel jetzt genau für eine Kreatur ist, denn eigentlich hatte Grace ihn ja von seinem Werwolf befreit. Das ist für sie momentan aber eher sekundär; viel wichtiger ist es, Daniel endlich zurückzubekommen.
    Doch ihr läuft die Zeit davon, denn Daniel scheint seine menschliche Seite nach und nach zu verlieren, entfernt sich immer weiter von Grace und zieht sich in den Wald zurück. Dort ist er allerdings alles andere als sicher, denn nach mehreren Angriffen auf Menschen, die scheinbar von Wölfen verursacht wurden, hat die Stadt die Jagd eröffnet – und das mit Silberkugeln, denn viele haben das Markham Street Monster noch nicht vergessen.
    Als ob das noch nicht genug wäre, so steht auch noch der Sirhans Tod, der der Alphawolf des größten existierenden Werwolfsrudels ist, unmittelbar bevor, was bedeutet, dass der Kampf um das Rudel jeden Moment beginnen kann und auch Caleb hat noch nicht aufgegeben. Beide wollen mit aller Macht verhindern, dass Daniel der nächste Alpha wird.
    Grace weiß, dass sie Daniel irgendwie zurückholen muss, aber auch, dass sie alleine kaum eine Chance hat. Doch wem kann sie nach Judes und Talbots Verrat noch vertrauen?

    Mit The Savage Grace/Urbat: Gefährliche Gnade hat Bree Despain also nun den letzten Band in ihrer Dark Divine/Urbat-Reihe geliefert.
    Nach dem ziemlich fiesen Cliffhanger am Ende des zweiten Teils ging es im dritten Buch eigentlich gleich ziemlich zur Sache. Grace wirft ihre gesamte Kraft in die Suche nach Daniel und vernachlässigt dadurch so ziemlich alles andere, auch ihre Familie, Jude und die Schule. Entsprechend verzweifelt und krampfhaft war auch ihre Gefühlswelt, wodurch das Buch stellenweise doch ziemlich melodramatisch wurde; sowohl vom Schreibstil her, als auch in manchen Geschehnissen. Trotzdem wurde mir Grace nach einiger Zeit noch sympathischer als in den anderen beiden Büchern. Der Kampf mit ihrem inneren Wolf geht weiter, aber langsam findet sie ihren Platz und wird dabei sogar ziemlich hart im Nehmen.
    Außerdem gibt es eine ganze Riege an neuen Charakteren, die für frischen Wind sorgen. Das und die vielen Steine, die Grace von allen Seiten in den Weg geworfen werden, haben das Buch eigentlich zu keinem Zeitpunkt langweilig werden lassen. Zwar gibt es keine unbedingt überraschenden Wendungen, trotzdem hat sich die Autorin bemüht, zumindest in ein paar Details von dem üblichen Jugendbuch-Schema abzuweichen. Ob das jedem gefallen wird, lässt sich noch nicht sagen, mir allerdings hat es sehr gut gefallen, auch wenn mir an manchen Stellen die Augen ein wenig feucht geworden sind.

    Neben der manchmal etwas argen Theatralik gab es eigentlich nichts, was mich wirklich an The Savage Grace/Urbat: Gefährliche Gnade von Bee Despain gestört hätte. Richtig umwerfen konnte es mich allerdings auch nicht. Es war ein gutes und solides Ende für die Reihe, das sich manchmal ein wenig vom üblichen 08/15 Schema abzuheben versucht, dem aber trotzdem das gewisse Etwas gefehlt hat.
    Trotzdem ist es ein befriedigender Abschluss, der alle wichtigen Fragen beantwortet, aber auch genug offen lässt, um nicht zu glatt zu werden.

    Urbat: Gefährliche Gnade kommt auf Deutsch voraussichtlich im Herbst 2012 in die Läden. Außerdem gibt es eine Kurzgeschichte namens The Lost Letters of Brother Gabriel, die bisher nur als englisches ebook zu erhalten ist und einige von Gabriels Briefen enthält, von denen wir schon ein paar im zweiten Teil lesen dürften.
    Weitere Bücher in der Reihe sind bisher noch nicht geplant. Hergeben würde die Geschichte aber sicherlich noch einiges.

    ~ND

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  • Die Teppichvölker/The Carpet People - Terry Pratchett ~ Klassiker des Monats

    The Carpet People

    Glurk und Snibril Orkson sind Brüder. Glurk, der Ältere, denkt wie viele der Munrungs eher langsam und besonnen und so ist er in ihren Augen das ideale Stammesoberhaupt. Snibril ist eher klein und zierlich - jedenfalls im Vergleich mit seinem Bruder Glurk - doch flink und behände. Aus diesem Grund geht er bei Pismire, dem Schamanen des Stammes, in die Lehre und ist darüber hinaus ein richtig guter Jäger. Doch plötzlich hat der ganze Stamm der Munrungs ein Problem. Der Schreckliche Scheuerer - eine Gestalt aus Sagen und Mythen - fegt in grader Linie über den Teppich und zerstört dabei ihr Dorf. Als wäre das noch nicht schlimm genug, lauern in seinem Schatten schwarze Snargs und stürzen sich auf alles Leben, das der Scheuerer übrig lässt. Doch Glurk, Snibril und Pismire haben noch andere Sorgen: die Bahn des Scheuerers wird über kurz oder lang Wehr erreichen. Wehr, die größte Stadt des Teppichs, Hauptstadt des Dumii-Reiches und Sitz des Gebieters. Und so macht sich der ganze Stamm der Munrungs auf, die Zivilisation des Teppichs zu retten...

    Damit klar wird, warum ich Terry Pratchetts Die Teppichvölker/The Carpet People so liebe, muss ich euch einen kleinen Ausschnitt (aus dem Prolog) präsentieren:
    "Am Anfang gab es nur eine unendliche Ebene. Dann kam der Teppich und bedeckte die grenzenlose Flachheit. Damals war er noch jung... und zu jener Zeit war der Teppich leer. Dann kam der Staub, fiel auf den Teppich, rieselte zwischen den Haaren herab und sammelte sich in dunklen Ecken. Immer mehr Staub kam, glitt lautlos durch die wartenden Haare, bis er schließlich eine dicke Schicht bildete. Und aus jenem Staub webte uns der Teppich. Zuerst entstanden die kleinen Kriecher, die in Bauen und hoch oben in den Haaren leben. Es folgten die Soraths, Schlussfadenbohrer, Bläser, Ziegen, Krustenknabberer und Snargs. Leben und Geräusche füllten nun den Teppich. ... Doch der Teppich hatte keine Ahnung von seiner Existenz. Und deshalb wurden wir aus dem Staub erschaffen, das Teppichvolk. Wir gaben dem Teppich seinen Namen, auch den Geschöpfen, und daraufhin war das Gespinst vollständig. ... und so erfuhr der Teppich von sich selbst. Selbst wenn der Schreckliche Scheuerer, Hasser allen Lebens im Teppich, auf uns herabtritt, selbst wenn Schatten über uns wachsen. Wir sind die Seele des Teppichs, und das ist eine wundervolle Sache." (Älteste Sage der Munrungs, aus Terry Pratchett. Die Teppichvölker. 4. Auflage 1994, Heyne Verlag München. S. 9-10).

    Die Idee von einem Teppich als Lebensraum und Welt finde ich einfach nur großartig. Auch beim x-ten Lesen ist dieses Buch extrem unterhaltsam. Da ich mir nie alle kleinen und größeren, alle witzigen oder alle skurrilen Details merken kann, habe ich tatsächlich jedes Mal meine helle Freude an dem Buch. Das einzige Manko: es ist zu kurz. Jedes Mal wieder frage ich mich, welche Abenteuer Snibril wohl erleben wird und warum ihn der Leser dabei nicht begleiten darf...

    Die Teppichvölker

    Vielleicht liegt es daran, dass Die Teppichvölker/The Carpet People Terry Pratchetts erste Geschichte war, die er im Alter von 17 Jahren geschrieben hat und die sich damals mehr schlecht als recht verkaufte. Nachdem der Autor die ersten großen Erfolge mit seinen Scheibenweltromanen hatte, wurde er bestürmt, die Geschichte doch noch einmal auflegen zu lassen. Doch Terry Pratchett hat etwas viel besseres gemacht: im Alter von 43 Jahren hat er das Buch noch einmal überarbeitet. Und so ist es (wie er selbst sagt) ein Buch geworden, dass er mit 17 so nicht geschrieben hat und mit 43 nicht mehr so schreiben würde. Trotzdem ist es eine Art Gemeinschaftsarbeit - und ich finde sie sehr gelungen.

    ~nia

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  • Herr Jensen steigt aus - Jakob Hein

    Herr Jensen steigt aus

    Herr Jensen zählt seit jeher zu den Menschen, die dem Wort Eigeninitiative noch nie begegnet sind. In der Schule wird er eins mit dem Inventar, Mädchen mögen ihn, weil er so gut zuhören kann und einen Ferienjob hat er nur bekommen, weil ein Mitschüler ihn mitgenommen hat.

    Auch wenn Herr Jensen liebend gern eine Frau und Kinder hätte, scheut er sich davor auf die Damenwelt zuzugehen. Unter anderem das wirft ihm auch seine Mutter vor, deren innigster Wunsch es ist, endlich Großmutter zu werden.

    Seit 10 Jahren arbeitet er nun schon bei der Post und trägt die Briefe aus. Er ist irgendwie in seinem Ferienjob stecken geblieben und weil er schon mal da war, wurde er auch nach Ende der Studentenzeit weiter beschäftigt. Doch nun soll sich sein Leben von Grund auf ändern.
    Er wird entlassen. Immer wieder hat er sich Pläne geschmiedet für eine Zeit, in der er einmal machen könnte was er wollte. Nun ist die Zeit da - aber er will nicht mehr.
    Mehr und mehr igelt er sich ein, verbringt Stunden vor seinem Fernseher und verlässt nur noch für die nötigsten Einkäufe seine Wohnung. Bald bestimmt das Fernsehprogramm sein Leben und seine sozialen Kontakte beschränken sich auf seine Beraterin beim Amt und seine Eltern.

    Frau Ortner, besagte Beraterin, ist beinahe schockiert, als er ihr erzählt, dass er eigentlich nichts machen will. Das geht so natürlich nicht und schon wird er in eine Maßnahme gesteckt. Dort gibt es gleich eine ganze Ansammlung solcher Menschen wie ihn.
    Doch es kann einfach nicht gar keinen Sinn in seinem Leben geben und so sucht er sich eine Beschäftigung, die ihn Zeit und Nerven kostet - er analysiert Fernsehsendungen und dann ereilt ihn eine Erkenntnis, die sein Leben noch einmal ändert. Doch wird es dadurch besser?

    Herr Jensen steigt aus von Jakob Hein erzählt sehr anschaulich, wie es Menschen gehen kann, die ihrer täglichen Arbeit beraubt werden und keine Stehaufmännchen sind. Der Charakter des Herr Jensen ist einfach gestrickt. Er will, dass alles so bleibt wie es ist - außer der Sache mit den Frauen. Ansonsten ist er mit seinem Job und seinem Leben zufrieden. Als es dann zum Bruch seiner Routine kommt, verliert er den Halt im Leben.
    Ich glaube gerade heutzutage ist der Verlust der Arbeit mit der meiste Auslöser für den totalen Zusammenbruch.
    Jeder, der schon einmal das zweifelhafte Vergnügen hatte, dem Amt einen Besuch abstatten zu dürfen, kann Herr Jensens Abneigung verstehen. Und auch so findet man sich erschreckend oft in diesem skurrilen Menschen wieder.

    Doch trotz allem konnte mich der Charakter nicht überzeugen. Es kam mir teilweise vor wie frisch aus einer Nachmittagsshow geschrieben, denn so richtig nah kam man dem Protagonisten hier nicht.

    Auch hier danke ich meiner lieben Kollegin, für den Einblick in eine etwas andere Buchwelt.

    ~nef

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  • Silent Scream/Feuer - Karen Rose

    Feuer

    David Hunter ist Feuerwehrmann und wird zu einem Brand auf eine Baustelle geholt. Hier steht ein halbfertiges Gebäude in Brand, in dem es einmal Luxuswohnungen geben sollte. Bisher sieht alles nach Vandalismus aus, bis er bei den Löscharbeiten im obersten Stockwerk ein junges Mädchen findet. Sie ist tot und ihre Fingerabdrücke zeichnen sich an dem Sicherheitsglas des Panoramafensters ab. Sie hat den Brand also noch erlebt und ist wahrscheinlich durch die Rauchvergiftung gestorben.
    Warum aber war sie in dem Gebäude? Eigentlich dürfte gar keiner hier sein.
    Wenig später wird der Wachmann gefunden - erschossen. Nun ist es ein Fall für die Kripo und zu allem Überfluss erscheint Detektive Olivia Sutherland am Tatort. Ausgerechnet die Frau, der er seit Monaten aus dem Weg geht und sie doch herbeisehnt.

    Olivia Sutherland ist alles andere als fit, als sie am neuen Tatort eintrifft. Der letzte Fall steckt ihr noch in den Knochen und wenn es nach ihrem Chef und der Psychologin gehen würde, wäre sich derzeitig nicht im Dienst. Aber Olivia muss weiterarbeiten, anders wird sich die Bilder des schrecklichen Massengrabes nicht aus dem Kopf bekommen.
    Am Tatort wird sie zu der Leiche des jungen Mädchens geführt und ist ganz Ermittlerin. Das junge Mädchen scheint eine Ausreißerin zu sein, ausgerechnet. Das merkwürdige an ihr ist jedoch das Gel an ihren Händen. Bisher weiß noch keiner was es genau ist, aber das wird die Gerichtsmedizin schon herausfinden.
    Nun stehen die Gespräche mit den Beteiligten an - auch mit David Hunter. Sie ist ihm vor zweieinhalb Jahren bereits einmal begegnet und kurz darauf hat er sie aus seinem Leben gestrichen. Sie ist noch immer nicht darüber hinweg und schaut dem Treffen mit gemischten Gefühlen entgegen. Dem gutaussehenden Mann kann kaum eine Frau wiederstehen und dieses Treffen weckt Gefühle in ihr, die sie nicht zulassen kann - oder will.

    Jetzt beginnt die Suche nach dem Täter und der Identifizierung der Mädchenleiche. Es sieht alles nach einem Brandanschlag der Ökoterroristengruppe SPOT aus, doch diese hat das letzte Mal vor 12 Jahren ein Brand gelegt. Allerdings ist auch hier jemand dabei ums Leben gekommen - ungewollt. Sollten sie sich nach so vielen Jahren wieder zusammenfinden um erneut die Ermittler in Atem zu halten?

    Doch ganz so einfach ist es nicht, denn der Brandanschlag wurde gefilmt und der Unbekannte will nun seinerseits Profit aus dem Ganzen schlagen. Wie weit wird er dafür gehen?

    Silent Scream

    Feuer ist nicht das erste Buch, welches ich von Karen Rose gelesen habe und ich glaube das ist auch besser so. Denn dieses Buch hat die Bezeichnung Thriller nicht verdient. Die ersten 400 Seiten erfährt der Leser etwas über die verschiedenen beteiligten Personen: jugendliche Brandstifter, engagierte Feuerwehrleute, Detektives die ein reines Nervenbündel sind und selbstverständlich den Mörder. Wobei letzterer natürlich erst einmal nur anonym behandelt wird. Auch werden hier die ersten zarten Bände der zwei Hauptcharaktere David Hunter und Olivia Sutherland geknüpft. Doch das übliche übereinander herfallen braucht sehr lange - untypisch für Karen Rose.

    Leider konnte mich die erste Hälfte des Buches nicht davon überzeugen, dass es hier jemals Spannung geben könnte. Doch tatsächlich, nach zwei Dritteln des Buches wollte man dann doch wissen wie es weiter geht. Hier werden die verschiedenen Personen enger miteinander verwoben und der Mörder wird präsenter.

    Wäre dieses Buch das erste dieser Art gewesen, würde ich dem Genre abschwören, denn was ist ein Thriller ohne Spannung? Die letzten 200 Seiten haben es dann noch einmal gerissen und so vergebe ich immerhin:

    ~nef

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  • [Bloodlines #1] Bloodlines/ Bloodlines: Falsche Versprechen - Richelle Mead

    Bloodlines: Falsche Versprechen

    Enthält Spoiler für die Vampire Academy-Reihe.

    Sidney Sage ist bereit alles zu tun, um ihren Ruf unter den Alchemisten wiederherzustellen. Nachdem Desaster mit Rose, ihrer Flucht vor dem Gesetz und dem anschließenden Beweis ihrer Unschuld, hat sie gerade noch einmal ihren Kopf aus der Schlinge ziehen können. Trotzdem haben ihre Vorgesetzten das Vertrauen in sie verloren. Nun hat sie aber einen neuen Auftrag, der vermutlich ihre letzte Chance ist, es dafür aber in sich hat: Nach einem gescheiterten Mordversuch von Rebellen an der Schwester der neuen Moroi-Königin Lissa, Jill, muss diese nun untertauchen. Und das an dem Ort, an dem man vermutlich als Letztes Vampire erwartet - Palm Springs.
    Und so findet sich Sidney in einem teuren Internat in Kalifornien wieder, in dem sie die Schwester von Jill und einiger ihrer Begleiter mimt, denn ohne die Hilfe der Alchimisten, würden die Vampire in menschlicher Gesellschaft viel zu schnell auffallen.
    Sidney muss bald feststellen, dass die Attentäter nicht ihr einziges Problem sind. Ihre eigenen Leute sitzen ihr im Nacken und Sidney muss sich schnell etwas einfallen lassen, bevor sie alles verliert. Leider erwischt sie sich immer wieder dabei, die grundlegendste aller Alchemisten-Regeln zu brechen: Sie fängt an die Vampire zu mögen.
    Doch diese haben viele Geheimnisse vor ihr und Sidney bekommt das Gefühl nicht los, dass mehr hinter ihrem Auftrag steckt, als ihr bisher bewusst war und die Gefahr deutlich größer ist, als erwartet.

    Auch wenn Bloodlines/Bloodlines: Falsche Versprechen von Richelle Mead als neue Reihe gilt, so sollte man meiner Meinung nach doch die Vampire Academy Bücher kennen. Zwar werden die grundsätzlichen Gegebenheiten noch einmal erklärt und im Groben ist die Geschichte dadurch auch verständlich. Dennoch wird viel zu viel auf Rose‘ Abenteuer und vor allem den Geschehnissen des finalen Teils Last Sacrifice/Schicksalsbande aufgebaut, als dass man Bloodlines ohne dieses Wissen vollkommen genießen kann.
    Denn mit ihrem neuen Buch hat Richelle Mead wieder eine sehr unterhaltsame Geschichte geschaffen. Neben Sidney und Jill trifft man einige andere alte Bekannte aus den Vampire Academy Büchern wieder und irgendwie ist es so, als ob man nie weg gewesen wäre. Dennoch ist es keine bloße Kopie. Dafür sorgt alleine schon Sydney. Sie und Rose könnten nicht gegensätzlicher sein. Sidney ist extrem verantwortungsbewusst und sehr bemüht nach den Wertvorstellungen der Alchimisten zu leben. Das hat mir zugegebenermaßen den Einstieg ein wenig erschwert. Denn gerade am Anfang wirkt Sidney sehr kühl und distanziert und da erst mal jede Menge Alchimistenarbeit aus dem Weg geschafft werden muss, zogen sich die ersten 50 Seiten etwas.
    Dann geht es aber sehr schnell und Sidney wird immer sympathischer. Auch die eigentliche Geschichte, in der die Alchimisten eher eine Randrolle spielen, nimmt Formen an und wird dadurch gleich viel spannender. Denn neben den alten Bekannten gibt es auch jede Menge neuer Charaktere und Entdeckungen, die Bloodlines zu etwas Neuem und Eigenständigen machen. Außerdem wird der ein oder andere Faden, der am Ende der Vampire Academy Reihe noch nicht ganz aufgeklärt war wieder aufgenommen (dazu will ich aber noch nicht mehr verraten ;)).
    Trotz aller neuen Ideen und Wendungen muss ich aber leider sagen, dass viele Dinge etwas vorhersehbar waren und es wäre überhaupt kein Problem gewesen diese ein bisschen dezenter in die Geschichte einzufügen.
    Auch eine große Liebesgeschichte wird man umsonst suchen. Zwar werden hier und da ein paar kleine Andeutungen gemacht, die eigentliche Geschichte ist aber zunächst viel wichtiger und somit reichen die Anspielungen erst mal vollkommen aus.

    [Bloodlines #1] Bloodlines

    Der zweiten Hälfte von Bloodlines/ Bloodlines: Falsche Versprechen von Richelle Mead hätte ich ohne zu zögern die volle Punktzahl gegeben. Abzüge muss ich aber leider für den schwachen Start und die manchmal etwas vorhersehbare Handlung geben. Ansonsten bietet das Buch aber gewohnt gute Unterhaltung, die die Geschichte um Richelle Meads Vampire Academy geschickt weiterspinnt und trotzdem jede Menge neue Ideen sowie Begegnungen mit alten Bekannten mitbringt.

    Zwar gibt es keinen wirklichen Cliffhanger, trotzdem werden gegen Ende so viele neue Details eingebracht, dass mich die Neugier momentan schier wahnsinnig macht. Der zweite Teil erscheint in den USA unter dem Titel The Golden Lily allerdings erst am 19. Juni 2012.
    Der deutsche Erscheinungstermin für das zweite Buch ist noch nicht bekannt, denn erst einmal muss Bloodlines: Falsche Versprechen am 5. April 2012 bei uns in die Regale kommen.

    ~ND

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  • Kalter Mittwoch/Drowned Wednesday - Garth Nix

    Drowned Wednesday

    Enthält Spoiler für Schwarzer Montag/Mr. Monday und Grimmiger Dienstag/Grim Tuesday, die ersten beiden Bänden der Reihe um Die Schlüssel zum Königreich.

    Es ist Mittwoch und Arthur Penhaligon liegt mit einem gebrochenen Bein im Krankenhaus. Wie er damit zu dem 17-Gänge-Menü kommen soll, zu dem ihn Lady Mittwoch eingeladen hat, ist ihm ein Rätsel. In der Einladung heißt es: "Für die Anreise ist gesorgt." Nachdem Arthur als Erbe des Hauses so seine Erfahrungen mit den ersten beiden Treuhändern des Vermächtnisses, Lord Montag und Grimmiger Dienstag, gemacht hat, befürchtet er nun von vorneherein das Schlimmste. Zum Glück stattet Arthurs Klassenkameradin Blatt dem nervösen Jungen einen Besuch ab und lenkt ihn ab. Genau in dem Moment bahnt sich die Grenzsee einen Weg zu Arthur und statt seiner wird Blatt von Lady Mittwochs 'Abholkommando' eingesammelt. Arthur findet sich samt Gipsbein und Krankenhausbett auf dem riesigen Ozean der Grenzsee wieder und hat keine Ahnung wie er aus dieser misslichen Situation entkommen soll.

    Nachdem das Bett in den Tiefen des Meeres verschwunden ist, kann Arthur sich mit Mühe zu einer Boje retten. Leider handelt es sich bei der Boje um eine, die Piratengut birgt. Mit dem Versuch, die Boje zu öffnen, macht Arthur sich gleich den gefährlichsten Pirat der ganzen Grenzsee zum Feind: Fieberauge. Auf der Grenzsee ist Fieberauge berühmt und berüchtigt als Piratenzauberer, der gegnerische Schiffe versenkt, ihre Mannschaften versklavt und dessen Diebesgut niemand ungestraft anfasst. Dass Arthur von dem eigentlichen Schatz gar nichts entwendet hat, ist - er befindet sich schließlich wieder im Haus - dabei total egal. Was Arthur nicht weiß, Fieberauge ist schon lange ein Diener der morgigen Tage und aus mehr als einem Grund daran interessiert, Arthur in seine Gewalt zu bekommen...

    Mit Kalter Mittwoch/Drowend Wendesday ist Garth Nix ein brillianter dritter Teil der Reihe Die Schlüssel zum Königreich gelungen. Lady Mittwoch, von der Arthur naturgemäß erst einmal das Schlimmste annimmt, führt einen schier aussichtslosen Kampf gegen sich selbst. Mit Arthurs Erscheinen auf der Grenzsee mobilisieren dann Freunde und Feinde alle ihnen zur Verfügung stehenden Kräfte. Arthur dagegen hat erst mal nur zwei Dinge im Kopf: Er muss Blatt finden und zurück in ihr normales Leben in den Sekundären Reichen bringen und er muss den dritten Teil des Vermächtnisses aufspüren, ohne den Lady Mittwoch die Herrschaft über die Grenzsee nicht an ihn abtreten kann.

    Kalter Mittwoch

    Warum das Buch Kalter Mittwoch oder Drowned Wednesday heißt? Wieso Arthur nicht nur Blatt sondern auch noch Miss Susanne Montags Terz und tausende weitere Bürger rettet? Was die Erhobenen Ratten für eine Rolle spielen und wieso die Anhänger des Karpfens Psalm 81 nicht singen dürfen? All diese Fragen beantwortet Garth Nix in Kalter Mittwoch/Drowned Wednesday auf seine eigene unnachahmliche Weise. Endlich erfährt man auch mehr über die übergeordneten Verhältnisse im Haus. Dieser Band war bislang der lustigste, skurrilste und beste. Nun hoffe ich, dass Teil 4, Rauer Donnerstag/Sir Thursday, unmittelbar an dieses rundum gelungene Lesevergnügen anknüpfen kann.

    ~nia

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  • Ruhm - Daniel Kehlmann

    Ruhm

    Wie beschreibt man einen Roman, der kein Roman ist? Am Besten gar nicht, aber ich versuche es trotzdem.

    In Ruhm - ein Roman in neun Geschichten erzählt der Autor Daniel Kehlmann neun kurze Geschichten über neun verschiedene Personen. Das ist an sich noch nicht sonderlich interessant, aber es kommt ja noch besser. Die Personen in diesen Geschichten verbinden sich alle über verschiedene Situationen, Gespräche und Handlungen. An sich muss man dieses Buch also doch als Roman sehen, wenn auch die Erzählweise anders ist.

    Am Anfang war ich dem Buch gegenüber eher skeptisch eingestellt. Die Dame, von der ich es geliehen bekommen hatte, und ich, haben nicht immer denselben Geschmack. Doch ich muss schon sagen, es war wirklich gut. Daniel Kehlmann schafft es, dass einem eine Kurzgeschichte, die keine 30 Seiten lang ist, wie ein ganzer Roman vorkommt. Vielleicht liegt es aber auch gerade daran, dass man sich an die Geschichte davor erinnert und die losen Fäden zusammen knüpft.
    Die Sprache ist gut gewählt und den jeweiligen Charakteren angepasst, was vor allem in Ein Beitrag zur Debatte ein wenig anstrengend ist, aber Rosalie geht sterben wiederum umso herzerweichender macht.

    Ich kann dieses Buch durchaus weiter empfehlen, doch sollte man hierbei bedenken, dass der Autor kein Freund von 'und am Ende lebten alle glücklich und zufrieden bis ans Ende ihrer Tage' ist. Nach den ersten 4 Geschichten brauchte ich dann doch eine kleine Pause und ein paar Endorphine. Das hat dann auch den einen Stern Abzug gegeben.

    Am 22.03.2012 kommt der Film, unter anderem mit Senta Berger, zum Buch in die deutschen Kinos, doch ich würde in jedem Fall empfehlen das Buch zu lesen. Das eigene Kopfkino macht gerade bei diesem Werk eine ganze Menge aus.

    Vielen lieben Dank, liebe Kollegin, für diese Buchempfehlung.

    ~nef

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  • [Starters #1] Starters - Lissa Price

    In den USA der Zukunft hat sich die Gesellschaft nach einem Krieg und Angriffen mit biologischen Waffen komplett geändert. Es gibt es nur noch Starters, Jugendliche bis maximal 20 Jahre, und Enders, Menschen über 60, die dank modernster Medizin leicht 200 Jahre erreichen können. Alle anderen wurden während des Krieges von einer Epidemie dahingerafft. Die wenigsten Starter haben noch lebende Verwandte und müssen für sich selbst kämpfen, während die meisten Ender in Luxus leben und teilweise sogar Starter entführen, um sie in „Institutionen“ zu sperren.
    Doch die 16jährige Callie hofft einen Weg aus diesem Leben gefunden zu haben. Eine geheimnisvolle Firma namens Prime Destinations bietet Endern die Möglichkeit für eine Weile in den Körper eines Starters zu schlüpfen und sich so wieder jung zu fühlen. Callie möchte sich dafür anbieten und hofft genug Geld verdienen zu können, um für sich, ihren Bruder Tyler und ihren Freund Michael sorgen zu können.
    Doch etwas geht schief und Callie findet sich vor Ablauf der Zeit in ihrem Körper wieder – und damit auch im Leben der Frau, die sie gemietet hat. Sie hat Angst, ihren Lohn zu verlieren, sollte Prime Destinations davon erfahren. Und so lebt sie vorübergehend im Luxus und fängt sogar an den reichen und gutaussehenden Blake zu daten. Doch es dauert nicht lange und Callie muss sich ihrem Problem stellen. Und stößt dabei auf das erschreckende Geheimnis hinter Prime Destination.

    Selten war ich von einem Buch so hin- und hergerissen, wie von Starters von Lissa Price. Die Grundidee war sehr gut. Die Ignoranz und Arroganz mit der die Ender mit ihren gemieteten Körpern umgehen sind erschreckend und gleichzeitig kann man ihren Wunsch, noch einmal jung zu sein irgendwie nachvollziehen. Auch wenn die Technik fortgeschritten ist, fühlt sich diese Welt gar nicht so weit entfernt von unserer an, was zu einer dichten Stimmung führt. Trotzdem gab es ein paar sehr spannende Ideen und Erfindungen zu Entdecken, die es sehr futuristisch machen.
    Leider konnte all das nicht über ein paar massive Probleme hinwegtäuschen, die ich mit dem Buch hatte. Vor allem lag das an Callie. Die meiste Zeit konnte ich ihre Entscheidungen kein bisschen nachvollziehen. Z.B. ist es mir unbegreiflich, wie sie am Tag nach dem sie zum ersten Mal in ihrem „neuen Leben“ aufwacht, auf ein Date gehen kann, während Michael (der nach eigenen Angaben auch noch mehr als nur ein guter Freund ist) auf ihren kleinen Bruder aufpasst, sich beide große Sorgen um sie machen und Callie eigentlich völlig andere Sorgen haben sollte als zu picknicken. Sie hat oft recht unlogisch und selbstsüchtig gehandelt, was schade war, denn ab und zu hatte sie wirklich tolle Szenen, in denen sie zeigen konnte, dass sie ein starker Charakter sein kann.
    Auch die Darstellungen der Beziehungen unter den Figuren wirkt eher unterentwickelt. Während man zwischen Tyler, Callie und Michael noch eine gewisse Vertrautheit spürt, so kann ich die plötzliche Anziehung zu Blake so gar nicht nachvollziehen. Callies Flatterhaftigkeit was das angeht hat sie mir fast noch unsympathischer werden lassen.
    Bis dahin hätte ich dem Buch vermutlich nicht mehr als 2,5 Sterne gegeben, auch wenn die Ansätze sehr gut waren. Dann kam aber das Ende. Auf den letzten 50 Seiten geschieht so viel Schlag auf Schlag, dass man kaum zum Luft holen kommt, gekrönt von einen Twist, der einem die Sprache verschlägt.

    [Starters #1] Starters

    Deshalb war Starters von Lissa Price insgesamt dann doch lesenswert. Zwar sind mir, abgesehen von Tyler und Michael, die meisten Charaktere inklusive der Protagonistin eher unsympathisch und es gibt einige Ungereimtheiten im Plot, trotzdem waren die Geschichte selbst und das phänomenale Ende eindeutig genug, dass ich das nächste Buch lesen will. Am besten jetzt sofort.

    Auf Deutsch erscheint Starters von Lissa Price schon am 12. März 2012 und in den USA einen Tag später, am 13. März. Außerdem gibt es schon seit einiger Zeit die (sehr kurze) Kurzgeschichte Porträt eines Starters kostenlos als eBook, die die Ereignisse direkt vor Starters aus Michaels Sicht schildert, ein paar kleine Details aufklärt und schon mal einen kleinen Einblick in das liefert, was den Leser erwartet. Der zweite und letzte Teil der Geschichte erscheint unter dem Titel Enders am 12. Dezember 2012. Dazwischen wird es vermutlich in regelmäßigem Abstand zwei weitere Kurzgeschichten geben.

    ~ND

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  • Die Flucht/Crossed - Ally Condie

    Crossed

    Enthält Spoiler für Die Auswahl/Matched.

    Cassia ist gerade an ihrem letzten Arbeitseinsatzort in den Provinzen angekommen. Ihrem Plan, Ky in den Kampfgebieten der äußeren Provinzen oder sogar im Gebiet jenseits der Gesellschaft zu suchen, ist sie noch keinen Schritt näher gekommen. Doch dann bekommt sie Besuch von ihrem zugeteilten Partner und bestem Freund Xander und damit die Chance auf etwas Freiraum. Sie nutzt ihr Treffen mit Xander dazu, sich während des 'Rendezvous' neue Informationen über den Widerstand, die sogenannte Erhebung, und damit vielleicht auch über Kys Aufenthaltsort zu besorgen. Wenig später sollen zwei Mädchen aus dem Arbeitslager, ebenfalls Aberrationen wie Ky, zu einem neuen Einsatz in den äußeren Provinzen geflogen werden. Cassia nutzt die Gelegenheit und schmuggelt sich mit an Bord. Zusammen mit dem einen Mädchen, Indie, gelingt es ihr, ihre Tabletten und andere kleine Wertgegenstände vor einer Durchsuchung in Sicherheit zu bringen. Das ist der Beginn einer Freundschaft. Als Cassia an ihrem neuen Aufenthaltsort mitten im Kampfgebiet auf erste Spuren von Ky trifft, macht sie zusammen mit Indie kurzentschlossen auf den Weg ins Gebiet jenseits der Gesellschaft - um Ky zu suchen.

    Parallel versucht Ky, in den Kämpfen gegen den grausamen und unbekannten Feind der Gesellschaft nicht ums Leben zukommen. Zusammen mit Vick, einem jungen Mann, der noch mehr Tage in dieser Hölle überlebt hat, bestattet Ky die vielen Toten - auch wenn das eigentlich nicht ihre Aufgabe als Lockvögel ist. Die Jungen, allesamt Aberrationen und damit meist Bürger, denen ihr Status aberkannt wurde, sollen in dem kargen und öden Gebiet in dem sie sich befinden Baumwolle anpflanzen. Und dies auch noch im Winter und dauernden Angriffen. Wäre die Lage nicht so ernst, könnte man diesen Plan der Gesellschaft für einen einzigen Witz halten. Doch Ky weiß, dass die Gesellschaft sie loswerden will und deshalb als Lockvögel benutzt. Doch außerdem, weiß er, was er will: fliehen und Cassia suchen. Während einer neuen nächtlichen Angriffswelle nutzen Ky und Vick die Gelegenheit und flüchten in das Gebiet der Canyons, welches außerhalb der Gesellschaft liegt. Mit auf ihre Flucht nehmen sie den kleinen Eli, einen Jungen, der Ky an Cassias Bruder Bram erinnert.

    Im zweiten Band um Cassia & Ky wirft Ally Condie den Leser gleich mitten ins Geschehen. Parallel erlebt man die Handlung aus Sicht der beiden Hauptpersonen und bekommt so hautnah mit, wie knapp sie sich immer wieder um Haaresbreite verpassen. Doch sowohl Cassia als auch Ky zeigen in Die Flucht/Crossed, dass sie einen eisernen Willen haben und eher tot umfallen würden, als die Suche nacheinander aufzugeben. In den Canyons finden Cassia und Indie sowie Ky, Vick und Eli ungeahnte Dinge: so stoßen sie beispielsweise auf einen der letzten sogenannten Farmer. Diese haben bislang unabhängig von der Gesellschaft und der Erhebung gelebt und nur über ihren Handel den ein oder anderen Kontakt mit diesen gehabt. Außerdem finden sie ein riesiges Lager mit DNA-Proben der Gesellschaft, dessen Zweck im Dunkeln bleibt. Und zwischen all den landschaftlichen Wundern in den Canyons finden Cassia und auch Ky mehr über sich selbst und über einander heraus...

    Die Flucht

    Mir hat Die Flucht/Crossed weit besser gefallen als Die Auswahl/Matched. Das lag sicher daran, dass man endlich mehr über den geheimnisvollen Ky erfährt. Nach dem ersten Band war mir einfach nicht klar, warum Cassia von ihm so fasziniert ist. Ja, er zeichnet und bringt ihr das Schreiben bei, aber als Leser durften wir kaum eine Unterhaltung zwischen den Beiden verfolgen - was ich wirklich schade fand. Nun erleben wir gleich ganze Passagen aus Kys Perspektive und dabei wird klar. Er ist tapfer, integer und ebenso in Cassia verliebt, wie sie in ihn. Darüber hinaus weiß Ky auch eine Menge: über die perfide Art der Gesellschaft, über die Art und Weise wie die Erhebung ihre Mitglieder behandelt und einfach nur über das Überleben in der Wildnis der Grenzgebiete...

    Während mich in Die Auswahl/Matched zwar die Idee fasziniert hat, konnten mich Ally Condies Charaktere in dem Buch nicht überzeugen. Sie haben mich einfach relativ kalt gelassen. Das hat sich mit Die Flucht/Crossed geändert. Manches Mal war mir zwar nicht ganz klar, warum Cassia oder Ky sich so verhalten wie sie es tun und sich das Leben damit zusätzlich schwer machen. Dennoch hat mich gefreut, dass in dem Buch ziemlich viel passiert. Nun bin ich sehr gespannt, wie es mit Cassia und Ky aber auch Xander, Indie und Cassias Familie weiter geht. Auch hoffe ich, dass wir erfahren werden, was mit Kys Onkel und Tante geschehen ist, wer der ominöse Steuermann sein wird und was für eine Art von Gemeinschaft letztlich übrig bleibt.

    ~nia

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  • Oksa Pollock - Die Unverhoffte - Anne Plichota & Cendrine Wolf

    Oksa Pollock - Die Unverhoffte

    Die 12-jährige Oksa Pollock ist gerade mit ihren Eltern und ihrer Großmutter von Paris nach London gezogen. Noch fühlt sich Oksa nicht besonders heimisch, doch zum Glück haben ihr bester Freund Gus Bellanger und seinen Eltern ebenfalls den Umzug nach London gewagt. Zusammen wollen die Pollocks und die Bellangers ein französisches Restaurant in London eröffnen.
    In der neuen Stadt macht Oksa gleich mehrere beunruhigende Entdeckungen: plötzlich tauchen auf ihren Handflächen Feuerkugeln auf, sie kann Dinge zu sich heranziehen wie ein Magnet und wenn sie sich ganz arg konzentriert, kann sie sogar in der Luft schweben. Außerdem ist da Mr. McGraw, ihr neuer Klassenlehrer an der St.-Proximus-Schule, der Oksa vom ersten Augenblick an nicht leiden kann und der ihr ziemlich unheimlich ist. Und als wäre das alles noch nicht genug, ist da auch noch ihre Familie, allen voran die Großmutter Dragomira, die schon lange etwas Wichtiges vor Oksa verbergen. Ziemlich plötzlich muss sich Oksa daran gewöhnen, dass ihr Leben nie mehr so sein wird, wie es mal war. Denn sie ist die Unverhoffte, diejenige, die einen Weg zurück in ihrer alten Heimat Edefia finden muss...

    Anne Plichota und Cendrine Wolf, die Autorinnen von Oksa Pollock - Die Unverhoffte, haben es definitiv zu gut gemeint mit Oksa und dem Szenario, das sie entworfen haben: So ist Oksa natürlich nicht nur bildhübsch, sondern auch noch so schlau, dass sie nur sehr gute Noten hat. Natürlich ist sie sportlich, denn ihre Hobbys sind Karate und Inline-Skates fahren. Als Oksa ihre magische Begabung entdeckt, stellt sich ziemlich schnell raus, das sie auch da fast alle Talente hat, die es überhaupt gibt. Und zu allem Überfluss ist sie die Unverhoffte und damit die nächste potentielle Herrscherin von Edefia. Neben all dieser Perfektion ist Oksa aber aufbrausend und impulsiv, so dass sie sich und andere ständig in Bedrängnis bringt. Selbst als sie weiß, dass sie ihre Magie vor 'normalen' Menschen nicht einsetzen soll, schafft Oksa es in der Regel nicht, sich zu beherrschen. Für mich war Oksa durch diese Kombination eine extrem anstrengende und auf Dauer eher unsympathische Protagonistin.
    Betrachtet man die Welt, die einem in dem Buch präsentiert wird, hat man ebenfalls das Gefühl, die Autorinnen haben einfach nicht aufhören können, beim Ersinnen von Wesen und Dingen und - leider auch - beim Klauen von Ideen: Es gibt sprechende Pflanzen mit den absurdesten Eigenschaften, es gibt Wesen, die in ihrer Arbeitswut arg an die Hauselfen aus Hogwarts erinnern und je nach Geschlecht auf die seltsamen Namen Plemplem und Plempline hören. Es gibt zwar keine Zauberstäbe, die man schwingt, dafür aber individuelle Blasrohre (Granuk-Spucks) mit denen man Zauber wirkt, auch fliegt man nicht auf Besen, dafür vertikaliert man in der Luft. Im zweiten Band der Reihe, der Oksa Pollock - Die Entschwundenen heißt, verschwindet Oksas Freund Gus in einem Bild, und muss daraus gerettet werden. Auch diese Idee kommt Lesern von Jenny Nimmos Charlie Bone-Reihe vielleicht bekannt vor.

    Alles in allem hat mir das erste Buch von Anne Plichota und Cendrine Wolf nicht besonders gut gefallen. Zu viele Parallelen zu anderen Kinder- und Jugendbüchern, eine ziemlich anstrengende Hauptfigur, die bei aller Begabung und Schlauheit ständig dieselben Fehler wiederholt und eine Menge Namen für Wesen oder Tätigkeiten, die sich einfach nur albern anhören (wobei das im französischen Original natürlich besser sein kann). Das Buch ist angeblich für Leser zwischen 10 und 15 Jahren gedacht. Meiner Meinung nach, sollte man nicht älter als 12 sein, um Oksa Pollock - Die Unverhoffte zu lesen. Dann stören einen die genannten Kritikpunkte vielleicht noch nicht so sehr...

    Band 3 der Reihe ist gerade auf Deutsch unter dem Titel Der Treubrüchige erschienen. Der 4 Band Les liens maudits erscheint Mitte März auf Französisch. Die Taschenbuchausgabe des ersten Bandes erscheint übrigens im August 2012 ebenfalls bei Oetinger.

    ~nia

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  • A Discovery of Witches/Die Seelen der Nacht - Deborah Harkness

    Die Seelen der Nacht

    Diana Bishop ist Historikerin durch und durch. Aus einem unerfindlichen Grund ist sie leider nicht nur irgendeine Historikerin, nein, die Geschichte liegt ihr im Blut, denn sie ist eine Hexe. Weit ab im nebligen London versucht sie dennoch ein Leben ohne Magie zu leben, sehr zum Verdruss ihrer zwei Tanten daheim in Madison. Sie wollen, dass Diana sich endlich zu ihrem Erbe bekennt, doch seit dem unfreiwilligen Tod ihrer Eltern hat sie die Magie verbannt und sieht sich soweit menschlich wie möglich. Was sie nicht weiß ist, dass sie ihre Gene soweit verdrängen kann wie sie will, außenstehende magische Wesen, und davon gibt es immerhin drei verschiedene Arten, wissen immer wer und was sie ist. Zudem ist Diana nicht irgendeine Hexe, sie gehört zum mächtigsten Familienstamm, was ihr hier und dort auch hilfreich ist.
    Als Diana 7 Jahre alt war, wurden ihre Eltern auf brutale Weise in Afrika umgebracht und noch heute weiß keiner, wer es wirklich getan hat - Hexen, Vampire, Dämonen oder verängstigte Menschen. Seither lebt sie zusammen mit ihren zwei Tanten und ist mehr als genervt von ihren ewigen Ermahnungen, sie solle sich unter Ihresgleichen mischen.

    An einem der üblichen Tage in der Bodleian Bibliothek kommt ihr ein altes Manuskript in die Hände. Sie spürt die Magie in diesem Werk und öffnet es unbewusst durch ihre Berührung. Sie ist hingerissen vom Inhalt und bekommt kaum mit, dass sie von vielen Augen beobachtet wird. Als sie fertig ist mit ihrer Suche in dem Schriftstück, gibt sie es an der Ausleihe zurück. Sehr zum Verdruss der magischen Wesen, die nun in einer unnatürlich hohen Anzahl die Bibliothek bevölkern. Denn viele sind hinter Ashmole 782 her und bisher galt es als verschollen. Wie kommt es also, dass Diana es einfach an der Ausleihe anfordern kann?

    Auch der Vampir Matthew Clairmont befindet sich in der Bibliothek und zeigt nun reges Interesse an Diana. Diese wiederum fühlt sich aus einem für sie noch nicht ersichtlichen Grund zu dem abweisenden Vampir hingezogen, obwohl es so scheint, als wenn dieser ihr nur Ärger einhandeln wird. Kurz darauf wimmelt es in London von Hexen, Vampiren und Dämonen. Mit ihnen trifft sie auf Peter Fox, einem sehr unangenehmen Zeitgenossen, der nichts von vornehmer Zurückhaltung hält und Diana schnell klar macht, dass sie ihre Kräfte vielleicht doch ein wenig hätte trainieren sollen.
    Während Diana und Matthew sich näher kennenlernen, wird klar, dass Dianas bisher ruhiges Leben vorbei ist. Als sie einen Umschlag mit einem Foto erhält, welches ihre toten und verstümmelten Eltern zeigt, bricht sie zusammen und nur Matthew kann ihr jetzt helfen, denn er weiß weit mehr als er preisgibt.

    A Discovery of Witches

    Deborah Harkness hat mit Die Seelen der Nacht/A Discovery of Witches einen gelungenen Auftakt zur All Souls-Trilogie vorgelegt. Von der ersten Seite an ist Diana sympathisch und man will schon wissen, wie schlägt sie sich ohne ihre Magie. Wenn dann Matthew dazu kommt, weiß man als Leser natürlich was passiert zwischen den Beiden. Da gibt es kaum Überraschungen, meiner Ansicht nach. Allerdings bietet das Buch neben der Liebesgeschichte auch viel Spannung und Aktion. Wenn man erst einmal akzeptiert hat, dass Hexen, Vampire und Dämonen unerkannt unter den Menschen leben, kann man sich ganz auf das Wesentliche der ersten Hälfte konzentrieren. Hier geht es um das Manuskript, dessen Inhalt und natürlich auch der Frage: Warum wollen es alle haben?
    Leider gibt es einen Schnitt und die zweite Hälfte befasst sich dann größtenteils mit der Beziehung zwischen den zwei Hauptcharakteren. Auch hier gibt es Überraschungen und die Spannung lässt in keinem Fall nach, doch ich muss dafür einen halben Stern abziehen. Ich hätte mir gewünscht, dass hier die zwei Stränge näher miteinander verwoben sind.

    Nun bin ich natürlich gespannt wie es weiter geht. Mit 800 Seiten ist der erste Teil alles andere als Lektüre für Zwischendurch und ich hoffe wirklich, dass die folgenden Teile halten können, was dieses Buch verspricht.

    Im Juni dieses Jahr erscheint Shadow of Night im englischen Original als zweiter Teil der All Souls-Reihe. Ob, und wenn ja wann, es dieses Buch auf Deutsch geben wird, konnte ich leider noch nicht in Erfahrung bringen. Ich hoffe aber bald :)

    Ganz herzlich möchte ich mich beim Blanvalet-Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars bedanken.

    ~nef

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  • [Women of the Otherworld #2] Stolen/ Rückkehr der Wölfin - Kelley Armstrong

    [Women of the Otherworld #2] Stolen

    Enthält Spoiler für Bitten/ Die Nacht der Wölfin.

    Was für Elena ein ganz normaler Auftrag werden sollte, endet im absoluten Chaos. Eigentlich reiste sie nach Pittsburgh um einer Spur nachzugehen, die für ihren Geschmack etwas zu viel über die Werwölfe verraten hat. Doch stattdessen erwarten sie dort weder Werwölfe oder gar Menschen, sondern Hexen, von deren Existenz sie bis dato keine Ahnung hatte. Schon bald finden sich Elena, Clay und Jeremy in der illustren Gesellschaft einiger anderer übernatürlicher Geschöpfe, wie Halb-Dämonen und Shamanen, wieder. Von ihnen erfährt das Rudel, dass sie allem Anschein nach einen gemeinsamen Feind haben und um diesen zu bezwingen, müssen die verschiedenen „anderen Rassen“ ihre Kräfte und Wissen zusammenwerfen. Denn irgendjemand entführt übernatürliche Wesen, hält sie gefangen und betreibt dubiose Forschung an ihnen.
    Ganz besonders scheinen sie aber hinter einem Werwolf her zu sein, was Elena schnell zu spüren bekommt. Mehrfach versucht jemand sie von den anderen zu trennen und zu entführen – bis es schließlich gelingt. Und das ausgerechnet mit übernatürlicher Unterstützung, denn es scheint Verräter unter den eigenen Reihen zu geben, die ihre Fähigkeiten an die Menschen verkauft haben.
    Und tatsächlich findet Elena sich wenig später in einem unterirdischen Labor wieder, mit einigen Mitgefangenen der besonderen Art und Wächtern, die ganz eindeutig mehr wollen, als nur an ihnen zu forschen. Elena durschaut schnell, dass wesentlich mehr, als nur ihre Freiheit auf dem Spiel steht und dass diese sogenannten Forscher nicht alle nur wissenschaftliches Interesse an ihnen haben.

    Auch wenn der Inhalt von Kelley Armstrongs zweiten Teil der Women of the Otherworld Reihe Stolen/ Rückkehr der Wölfin auf den ersten Blick ein bisschen wild klingt, hat es mir am Ende sogar noch etwas besser gefallen, als der erste Teil.
    Zum einen liegt das daran, dass wir uns diesmal die ganzen Einführungen und Erklärungen sparen konnten. Wir kennen Elena, ihr Rudel und ihre Welt bereits und die Geschichte kann sofort richtig Fahrt aufnehmen. Auf der anderen Seite gibt es natürlich die vielen neuen Kreaturen und Charaktere, die automatisch frischen Wind mitbringen und eine völlig neue Richtung in das Geschehen bringen. Ich hatte zunächst die Befürchtung, dass die vielen neuen Wesen zu verwirrend oder schlicht zu viel sein könnten. Das war glücklicherweise aber keineswegs der Fall. Kelley Armstrong ist es ausgezeichnet gelungen ihren Charakteren trotz der Menge an Figuren wirklich Tiefe und Individualität zu verleihen.
    Doch nicht nur die Helden sind sehr gut gelungen, auch die Bösewichte sind so wunderbar widerwärtig, dass man sie am liebsten selbst zur Strecke bringen will. Trotzdem sind diese ebenso wenig 08/15 Charaktere und nicht immer nur schwarz und weiß.

    Rückkehr der Wölfin

    Auch wenn der finale Showdown vielleicht ein klein wenig übertrieben war, habe ich eigentlich nicht wirklich etwas an Stolen/ Rückkehr der Wölfin von Kelley Armstrong auszusetzen. Im Gegenteil, es war die perfekte Fortsetzung und hat endlich mal wieder gezeigt, dass ein zweiter Teil nicht unbedingt zwangsläufig schlechter sein muss als der erste. Mit viel Action und tollen Ideen steht dieses Buch seinem Vorgänger in keiner Weise nach und leitet Elenas Geschichte in eine völlig neue Richtung.

    Außerdem ebnet es den Weg für die anderen „Women of the Otherworld“. Wie in der Rezension zu Bitten/ Die Nacht der Wölfin bereits angekündigt wechseln die Protagonisten und Ich-Erzähler in der Reihe. Im dritten Band Dime Store Magic/ Nacht der Hexen wird nun erst mal die Hexe Paige die Hauptrolle übernehmen.

    ~ND

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  • [The Healing Wars #1] The Shifter/ Die Heilerin - Janice Hardy

    Die Heilerin

    Lange war das Leben in Geveg ruhig und friedlich. Doch dann wurde das Land von den benachbarten Baseer überfallen und alles hat sich verändert. Nun kämpfen die meisten Einheimischen ums Überleben, während die vielen Baseer, die mittlerweile ebenfalls dort wohnen, für die sie nichts weiter als Verachtung empfinden.
    Seitdem der Krieg vorbei ist versucht Nya sich mit Gelegenheitsjobs und notfalls auch Diebstahl über Wasser zu halten. Eigentlich könnte sie gutes und ehrliches Geld verdienen, denn sie ist eine Heilerin und die sind heiß begehrt. Diese können andere Menschen heilen, ihren Schmerz in sich aufnehmen und später in ein spezielles Metall namens Pynvium abgeben. Aus diesem Metall können wiederum unglaublich grausame Waffen gefertigt werden, die ihre Macht aus eben diesem Schmerz beziehen. Kein Wunder also, dass die Heiler gern gesehen werden.
    Doch Nya hat ein Problem. Zwar kann sie heilen, allerdings hat sie es bis heute nicht geschafft, den Schmerz hinterher in Pynvium abzuleiten. Stattdessen kann sie etwas, was immer nur als Legende galt: Sie kann den Schmerz in einen anderen Menschen leiten. Nya muss das mit allen Mitteln geheim halten, denn der Herzog von Baseer würde eine Gefahr in ihr sehen. Oder eine Waffe, die er für seine Zwecke missbrauchen kann.
    Eigentlich hatte sie niemals vor, irgendjemanden von ihren Fähigkeiten zu erzählen. Doch als Nyas Schwester Tali plötzlich spurlos verschwindet, ist sie bereit alles zu tun, um sie wieder zu bekommen, koste es, was es wolle. Auch wenn das bedeutet sich auf zwielichtige Gestalten und ihre Geschäfte einzulassen.

    Eigentlich legt The Shifter/Die Heilerin von Janice Hardy gleich von Anfang an einen rasanten Start hin. Man lernt die Heldin Nya gleich kennen wie sie leibt und lebt, denn sie ist sowohl schlagfertig, als auch hitzköpfig und handelt meist, bevor sie wirklich über ihre Taten nachdenkt. Das zieht sich eigentlich durch das ganze Buch und führt erst einmal zu mehr Problemen als Lösungen.
    Zu Lesen macht das Ganze aber natürlich großen Spaß. Nya ist sehr sympathisch und nahbar und trotz ihres jungen Alters durch die Umstände sehr reif. Leider kommt man den meisten anderen Charakteren nicht so nah, dass man sie wirkliche Tiefe erlangen. Einzig Danello und Soek, mit denen sie sich im Laufe des Buches anfreundet, kann man bis zu einem gewissen Grad einschätzen.
    Grundsätzlich ist der Geschichte recht leicht zu folgen, hat dabei aber dennoch ein paar Überraschungen in petto und ist nicht zu einfach gestrickt. Die Story um die Kriege von Baseer gegen seine Nachbarländer wird nicht lang und trocken erzählt, sondern fließt mehr nebenbei in die Geschichte ein. Trotzdem gibt es im Mittelteil leider eine kleine Etappe, die sich ein wenig hinzieht und in der es sich nur so anfühlt, als ob Nya von A nach B nach C hetzt und jedes Mal jemand neuen findet, den sie retten muss.
    Zum Glück zieht die Geschichte gegen Ende aber noch einmal ein bisschen an wodurch mir das letzte Viertel mit Abstand am besten gefallen hat. Besonders hier kann Nya ihre Stärken ausleben und die wirklichen Besonderheiten der Heiler kommen zum Vorschein.

    [The Healing Wars #1] The Shifter

    Mit The Shifter/ Die Heilerin ist Janice Hardy ein gelungener Start in die Healing Wars Trilogie gelungen. Die phantastische Heldin und gute Grundgeschichte können über den stellenweise etwas langsamen Mittelteil hinweg helfen und machen einen spannenden Showdown möglich, der große Lust auf die Fortsetzung macht.

    Der zweite Band ist unter dem Titel Blue Fire/ Das blaue Feuer erschienen. Der dritte und letzte Teil Darkfall/ Der Krieg der Heiler ist bei uns ebenfalls vor kurzem in die Läden gekommen ist.

    ~ND

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  • Im Schatten des Mondlichts 2: Die Fährte - J. J. Bidell

    Im Schatten des Mondlichts 2: Die Fährte

    Enthält Spoiler zu Im Schatten des Mondlichts - Das Erwachen.

    Naomi hat Maine, dem toten Sammy und Roman, ihrer großen Liebe, den Rücken zugekehrt und ist auf dem Weg zurück nach Deutschland. Roman hat von Naomi den Kuss des Vergessens bekommen und so wird er sich kaum an sie erinnern und sie auch nicht vermissen. Naomi selber leidet schrecklich unter dem Verlust von Roman. Die Tatsache, dass sie schwanger ist, macht die Situation auch nicht besser. Doch wenigstens warten Zuhause ihre Mutter Luna und - noch wichtiger - Leandra, ihre Großmutter und Vertraute auf sie.
    Vor Leandra muss Naomi keine Geheimnisse haben. Denn Leandra kennt die Gabe, die einzelne Familienmitglieder zu Gestaltwandlern macht, seitdem sie als kleines Mädchen ihre eigenen Mutter Romina bei der Verwandlung zum Panther beobachtet hat. Als Romina die junge Leandra damals verlassen hat, hat sie ihr einen versiegelten Umschlag überreicht, mit der Bitte, diesen der nächsten Gestaltwandlerin der Familie zu übergeben. Und so bekommt Naomi nach ihrer Rückkehr den Umschlag überreicht und findet in diesem Hinweise auf einen Anwalt und ein Bankschließfach in London. Kurzerhand machen sich die Beiden auf den Weg nach London, wo ihnen schnell klar wird, dass Naomis Gabe noch viel gefährlicher ist, als bislang angenommen und das der feindliche Clan viel mehr Mitglieder hat, als gedacht.
    Der abenteuerliche Weg führt Naomi und Leandra über London, Southampton und Deutschland nach Barcelona. Dort befinden sich nicht nur Alice und Karsten, auch Roman hat es mit seiner neuen Freundin nach Spanien verschlagen. Außerdem erkennen Naomi und Leandra, dass sie nicht nur Gegner sondern auch innige Verbündete haben. Und so kommt es vor den Toren Barcelonas zu einem spannungsgeladenen Zusammentreffen (fast) aller Beteiligten...

    Beginnt der erste Band der Im Schatten des Mondlichts-Reihe Das Erwachen noch relativ gemächlich, taucht der Leser in Die Fährte unmittelbar ins Handlungsgeschehen ein. Naomi und Leandra kommen kaum zum Verschnaufen, so viel passiert und so viele neue Dinge erfahren sie über Naomis Erbe, ihre Fähigkeiten und die eigenen Familie. Trotz aller Trauer um Roman und der Angst vor einer ungewissen Zukunft schafft es Naomi, sich ihre Kämpfernatur zu bewahren. Auch Naomis Humor und ihr positiver Blick auf die Welt blitzen immer wieder auf und schaffen es, die naturgemäße gedrückte Grundstimmung nicht zu dominant werden zu lassen.

    J. J. Bidell hat mit Die Fährte einen spannenden und actionreichen zweiten Teil der Im Schatten des Mondlichts-Trilogie geschrieben. Das Buch liest sich leicht und flüssig und man ist leider viel zu schnell am Ende angelangt. Doch trotz aller positiven Aspekte haben mich zwei Dinge ein wenig gestört:
    In Das Erwachen zeigt Naomi so viel Ehrgeiz und Enthusiasmus für ihr Sportstudium und das Stipendium und plötzlich ist das alles unwichtig geworden. Klar, Naomis Weltsicht ändert sich und sie muss nicht nur mit ihren Verwandlungen sondern auch mit ihrer Schwangerschaft fertig werden. Aber der Sport und das Studium schienen zu ihr zugehören, sodass ich es schade fand, dass beides in diesem Buch so gar keine Rolle mehr spielt.
    Mein zweiter Kritikpunkt ist, dass viele Charaktere - Feinde wie Freunde - immer zur gleichen Zeit am gleichen Ort auftauchen. Das gilt für London und Southampton aber besonders natürlich für Barcelona. Wie es beispielsweise Roman in die Stadt verschlägt, fand ich einfach zu konstruiert. Für den weiteren Handlungsverlauf mussten hier natürlich alle zusammentreffen. Doch damit das dem Leser nicht auffällt, wären ein tieferer Einblick in die verschiedenen Charaktere und ein etwas größerer Ausbau der Nebenhandlung schön gewesen.

    Doch bei aller Kritik ist Die Fährte von J. J. Bidell ein lesenswertes und unterhaltsames Buch, dass mit einer sympathischen Heldin Punkten kann. Außerdem kommen die Themen Gestaltwandeln und Katzenmenschen in Fantasybüchern zwar vor, sind aber noch längst nicht so präsent wie Vampire oder Werwölfe - allein das fand ich sehr erfrischend. Ich freue mich auf die Fortsetzung, die vermutlich im September 2012 unter dem Titel Das Erbe erscheinen wird.

    ~nia

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  • Castle/Mauern des Todes - Garth Nix

    Mauern des Todes

    Enthält Spoiler zum ersten Teil der Der siebte Turm-Reihe Sturz in die Dunkelheit.

    Nachdem Tal und Milla nur knapp den Kampf mit der Merwin überlebt haben, sind sie nun auf dem Weg zum Ruinenschiff. Während Tal sich nicht sicher ist, was er davon halten soll ist Milla in ihrer Welt. Denn das Ruinenschiff ist der Geburtstort der Icecarls und die Heimat der Schildjungfrauen.
    Milla will eine Schildjungfrau werden und ihre Aufgabe ist es, Tal zurück nach Hause zu bringen und dafür sorgen, dass er sein Versprechen hält, ihnen einen neuen Sonnenstein zu holen. Doch erst einmal muss Tal sich gegenüber der Mutter-Crone behaupten, die mehr an eine liebenswürdige Mutter als an die höchste unter den Schildjungfrauen erinnert. Obwohl sie blind zu sein scheint, weiß sie sofort wer Tal ist und dass er einen Schattenwächter hat. Ihm ist nicht wohl bei der Sache ihm zu sagen, dass er sich 'normal' verhalten soll, schließlich galt es unter den Icecarls als dämonisch einen selbstständigen Schatten zu haben. Die Mutter-Crone erkennt Tals Schattenwächter als dass, was er ist - ein Beschützer. Denn Tal ist noch lange kein Erwählter und erst dann wird er einen Seelenschatten haben, der dem Eisvolk so viel Angst bereitet. Doch so ganz trauen die Schildjungfrauen dem jungen Tal weiterhin nicht und würden ihn trotz des versprochenen Sonnensteins am liebsten dem Eis überlassen.

    Die Mutter-Crone führt die beiden Kinder in einen Raum mit einer große Karte und vielen Schiffsmodellen auf dem Boden. Hier werden zu jeder Zeit die Positionen der Schiffe der Icecarls angezeigt. Tal ist beeindruckt - und verängstigt. Wie kann das Eisvolk solche eine Macht besitzen?
    Dann erzählt ihnen Mutter-Crone von einem Mann, der noch zu ihrer Jugend auf dem Eis gefunden wurde. Ein Erwählter ohne Schatten. Das Eisvolk nahm sich seiner an doch als eine Heilung aussichtslos wurde, übergaben sie ihn dem Eis. Einzig ein kleiner Beutel mit einem Stein und einem Knochenstück blieben im Ruinenschiff, eine Möglichkeit für Tal einen Weg zurück in den Turm zu finden. Doch die Aussicht eine weitere Reise mit Milla machen zu müssen behagt ihm überhaupt nicht.
    Mila erholt sich in den folgenden fünf Tagen soweit, dass sie ihre Reise ins Ungewisse antreten können. Der Weg ist beschwerlich und als sie an einer Schlucht stehen, glaubt Tal die Reise sei zu Ende. Doch steht ihnen das Schlimmste noch bevor, denn kaum jemand im Turm traut Fremden und tote Fremde sind immer noch am wenigsten gefährlich.

    Castle

    In Garth Nix zweitem Teil der Der siebte Turm-Reihe geht die Reise von Tal und Milla weiter. Endlich hat Tal die Aussicht wieder nach Hause zu kommen, doch der Empfang ist alles andere als herzlich. Und schon befinden sich die Beiden wieder im Kampf ums Überleben.

    Wieder einmal ist es mir schwer gefallen in diesen Band reinzukommen. Warum das so ist kann ich leider gar nicht sagen, vielleicht muss ich mich erst einmal wieder an den Stil gewöhnen. Denn nach den ersten 40 Seiten war es dann schon wieder so spannend, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen will. Ich glaube, wer sich dieser Reihe annehmen möchte, sollte sie am Stück lesen.

    Es liegen jetzt noch vier Bände vor mir und ich mag mir beinahe gar nicht ausmalen, was noch alles passieren wird. Denn obwohl die Bände mit ihren 200 Seiten (im engl. Original) alles andere als umfangreich sind, ist die Handlung derart gestaltet, dass man das Gefühl hat, es wären 100 Seiten mehr ohne, abgehackt oder hektisch zu wirken.

    ~nef

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  • 03.07.2012 - The Vincent Brothers, A. Glines
  • 31.07.2012 - Gunmetal Magic, I. Andrews
  • 07.08.2012 - Rivals & Retribution, S. Delany
  • 07.08.2012 - Throne of Glass, S. J. Maas
  • 28.08.2012 - Every Day, D. Levithan
  • 01.09.2012 - The Crown of Embers, R. Carson
  • 11.09.2012 - Shadowfell, J. Marillier
  • 15.09.2012 - The Mark of Athena, R. Riordan
  • 01.10.2012 - Caster Chronicles IV, K. Garcia & M. Stohl
  • 01.10.2012 - Der verschwundene Halbgott, Helden des Olymp I, R. Riordan
  • 01.10.2012 - Ashen Winter, M. Mullin
  • 02.10.2012 - Promised, C. O'Brien
  • 13.10.2012 - Into the Hollow, K. Halle
  • 15.10.2012 - Dearly Beloved, L. Habel
  • 23.10.2012 - The Lost Prince, J. Kagawa
  • 30.10.2012 - Iced, K. Moning
  • 01.11.2012 - Pandemonium, Amor-Trilogie II, L. Oliver
  • 14.11.2012 - Meant to be, Lauren Morrill
  • 12.12.2012 - Enders, L. Price
  • 20.12.2012 - Scent of Magic, M. V. Snyder
  • 01.01.2013 - Through the Never Sky, V. Roth
  • 01.01.2013 - Der Sohn des Neptun, Helden des Olymp II, R. Riordan
  • 01.02.2013 - Kate Daniels #6, I. Andrews
  • 19.03.2013 - Clockwork Princess, C. Clare
  • 10.04.2013 - The Rising, K. Armstrong
  • 01.09.2013 - City of heavenly Fire, C. Clare

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